12.07.2016

Musterstich beim Nadelbinden

Heute gibt es mal wieder eine Nadelbinde-Anleitung für euch!
Mit dieser Anleitung könnt recht einfach ein kleines Muster in euren Werken einbauen und so das Nadelbinden noch abwechslungsreicher und kreativer gestalten.

Vor einiger Zeit hatte ich über die deutsche Nadelbinde-Gruppe auf Facebook einen Loopschal gesehen, in dem diagonale Streifen hervorgehoben waren. Nach langem Rätseln, wie das wohl geht, hab ich einfach mal nach der Seite mit dem Bild gesucht und dort nachgefragt.

oben links sieht man den weißen Loop mit diagonalem Muster
 © Prosjekt Fritid

Die norwegische Seite dahinter ist Prosjekt Fritid und den Blogeintrag mit weiteren nadelgebunden Stücken findet ihr hier. Raaness erklärte mir recht gut, wie dieses Muster zu Stande kommt auch wenn einiges davon in Vergessenheit geriet. Ich musste sofort selbst herum experimentieren, stieß auf mir unbekannte Techniken und fand heraus, wie man den Musterstich perfekt hinbekommt. Und wie immer teile ich gern mein Wissen mit euch! Ich gebe mich nicht damit zufrieden, dass Nadelbinden oftmals als weniger abwechslungsreich und variabler als Häkeln oder Stricken angesehen wird. Also will ich mit kleinen und großen Tricks und Anleitungen etwas mehr "Leben" in die Nadelbinde-Welt bringen. Hier nun also ein weiterer Kniff!

Anleitung


Ich arbeite bei dieser Anleitung mit dem Oslo-Stich und habe mein dünnes Garn doppelt genommen. Das Muster lässt sich aber sicher auch auf andere Stiche übertragen, da könnt ihr gern selbst ein wenig experimentieren, wie gut das klappt.

Wer schon einmal mit dem Åsle-Stich oder ähnlichem gearbeitet hat, dem dürfte es etwas leichter fallen. Für alle anderen führe ich es etwas genauer aus. Ihr braucht nämlich den Verbindungsstich "Bottom1+Front1"!

Als Verbingdungsstich bezeichnet man den Stich, mit welchem man die Vorreihe verbindet. Beim normalen Oslo ist das F1 oder auch Front1 und bedeutet, dass man von vorn (engl. Front) durch 1 Schlinge sticht. Für andere Stiche kann man dann F2, F3 usw. nutzen, dass heißt man sticht von vorn durch 2 oder 3 oder mehr Schlingen. Wer mehr dazu lesen will, sollte sich Annes Blog anschauen. Dort hat sie in verschiedenen Einträgen einige Verbindungsstiche erklärt.

Aber was ist jetzt "Bottom1" und warum ist da ein Plus in der Bezeichnung?
Bottom ist Englisch für Boden, man muss also eine Schlinge von unten durchstechen. Das Plus zeigt uns außerdem, dass zusätzlich noch die F1 Schlinge aufgenommen wird, bevor man den Stich weiter arbeitet. Genug der vielen Worte, das Bild hilft euch bestimmt besser weiter

grün markiert sind die Bottom-Schlaufe und die Front-Schlaufe
Hier hab ich euch mit Grün die beiden Schlaufen markiert, die durchstochen werden müssen. Die untere ist dabei die Bottom-Schlaufe und die obere die ganz normale Front-Schlaufe. Damit ihr es besser seht, habe ich nochmal mit Rot die Schlaufe der Vorreihe markiert, die dicht neben der Bottom-Schlaufe sitzt. Diese dürft ihr nicht mit benutzen!

Bottom- und Frontschlaufe gemeinsam durchstochen
Ihr nehmt nun also mit eurer Nadel beide Schlingen auf. Danach macht ihr euren Stich wie üblich weiter. Passt beim Zuziehen der Schlingen auf, dass ihr diese nicht zu fest zieht. Die beiden Verbindungsschlingen dürfen nicht zu stramm angezogen werden, da ihr sonst ein löchriges und unschönes Gewirk bekommt.

der Musterstich grün umkreist
Für mein Werk hatte ich drei Musterstiche mit je einem normalen Stich zwischendrin gearbeitet. Da man es auf dem Bild nicht so gut erkennt, habe ich die Stiche noch einmal umkreist. In der Realität und nach einigen weiteren Reihen mit Musterstich fällt es einem viel mehr ins Auge.

zweite Reihe im Musterstich
Auf zur nächsten Reihe! Ein einzelner Musterstich macht noch nicht so viel her und fällt kaum auf. Zudem hatte ich es ja auf die diagonalen Streifen abgesehen und die entstehen erst durch mehrere Reihen. In der nächsten Reihe (oder Runde) stecht ihr dafür in den Musterstich selbst und wieder in die Front-Schlinge. Danach geht es wie gewohnt weiter. Ihr werdet merken, dass ihr dadurch mit dem Musterstich immer weiter nach rechts - als Linkshänder nach links - wandern werdet. Schaut also genau hin, welche Frontschlaufe über dem letzten Musterstich liegt, sonst verzieht es sich.

krummer Abschluß
Weiterhin dürfte euch nach einiger Zeit auffallen, dass sich euer Werk an der Stelle des Musterstichs verzieht. Das ist ganz normal so, da wir nur an dieser Stelle durch zwei übereinander liegende Schlingen stechen und somit einen Teil der Reihe kürzer ziehen.

Und wieder gerade!
Das ist aber kein Problem, ihr müsst nur ein paar weitere Reihen (oder Runden) ohne Musterstiche nadeln. Dadurch zieht sich der Rand wieder gerade und die krummen Reihen fallen nicht mehr auf.

fertige Armstulpe
Das war's dann auch schon! Hier seht ihr meine Armstulpe mit Muster nach der Fertigstellung. Im oberen Musterstreifen fällt ein "unsauberer" Musterstich auf. Das war leider genau das angefilzte Fadenstück, das dort zum Vorschein kam und durch die Alpakawolle besonders plüschig aussieht.

Muster im Detail
Ihr könnt natürlich mit dem Musterstich so kreativ werden, wie ihr wollt! Nadelt eine dicke Diagonale aus 5 Musterstichen nebeneinander einmal um eure komplette Mütze herum. Oder warum auf Diagonalen beschränken? Vielleicht geht da ja noch mehr! Wie immer könnt ihr mir gerne Bilder eurer Werke hier oder über Facebook zukommen lassen. Ich würde mich freuen, sie hier im Eintrag mit auszustellen und anderen zu zeigen, was alles möglich ist!

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